Ein Blick über unsere Grenzen

Über die Jahre sind in unserer Versöhnungsgemeinde auf Partnerschafts- und Missionsebene eine ganze Reihe von Beziehungen hervorgegangen, die jetzt in dieser Krisenzeit uns Anlass geben, einen Blick über unseren Tellerrand hinaus zu tun. Gepflegt werden diese Kontakte vor allem vom Ghana-Arbeitskreis und vom Missio-Gebet (Gebetskreis für die Mission). Alle nachfolgend Genannten gehören zu unserer Versöhnungsgemeinde; die Partnerschaft entstand über Esi und Martin Jaeger. Auf Nachfrage haben uns die nachfolgenden Informationen und Gebetsanliegen erreicht.

Bericht von der Partnergemeinde Tema-Joint-Church (TJC) in Ghana
Wir leben in Zeiten der Unsicherheit aufgrund von Covid 19. Da Gottes Gnade überaus großzügig ist und seine Weisheit uns führt, halten wir als Nation und Kirche an die Richtlinien der WHO und des Ghana Health Service (GHS).
Wir hatten einen dreiwöchigen Lockdown, der jetzt langsam wieder geöffnet wird. Bevor man das Haus verlässt, muss man eine Nasenmaske tragen. Jetzt sind modische Nasenmasken sehr beliebt und werden von lokalen Schneiderinnen hergestellt. (Es gibt sie im Schorndorfer Weltladen el mundo.) Die soziale Distanzierung war am schwierigsten zu befolgen, da wir in Ghana sehr gemeinschaftsbezogen sind.
Die Kirchen in Ghana hatten nur ganz wenige Tage Zeit, sich auf den Lockdown vorzubereiten. Wir haben jetzt ein spezielles Radioprogramm namens "In Touch with TJC" und nutzen die Sozialen Medien.
Die TJC richtete einen Covid 19-Fonds ein, um bedürftigen Menschen zu helfen. Auch 20 Studenten unserer Berufsschule (die jetzt auch geschlossen ist) profitierten davon. Die Armut ist sehr groß, daher spendeten Kirchen massiv Lebensmittel, Desinfektionsmitteln usw. an Bedürftige und Arbeiter an vorderster Front, wie Gesundheitspersonal, Strafverfolgungspersonal usw. Für psychische Probleme richteten wir ein telefonisches Beratungs-Programm ein.
Der Kampf ums Überleben dieser Pandemie geht weiter, und wir beten, dass er bald vorbei sein wird. Er ist in Gottes Hand und wir warten geduldig auf den Tag, an dem die Kirchengebäude wieder geöffnet und Versammlungen abgehalten werden können, aber vorerst stehen Gesundheit und Sicherheit an erster Stelle.
Gebetsanliegen:
-    Für Heilung und Rettung der Menschheit von der Covid 19 Pandemie.
-    Für Gesundheit und Stärke für alle Mitglieder der Partnerschaft.
-    Für Trost für alle, die einen geliebten Menschen verloren oder andere Verluste erlitten haben, und trauern und geängstigt sind.

Annedore de Souza geb. Kieß mit Familie aus Brasilien
Auch hier in Brasilien wurden Maßnahmen zur sozialen Isolation getroffen, so wichtig das auch ist, es hat für viele der Menschen hier schwerwiegende Folgen. Viele haben keine finanziellen Rücklagen und leben von Gelegenheitsarbeiten, für sie bedeutet die momentane Situation nicht selten, dass sie hungern müssen. Die finanziellen Hilfen / Lebensmittelspenden des Staates und von sozialen Organisationen und Gemeinden stellen nur eine kleine und kurzfristige Lösung dar.
Wir sind dankbar, dass es uns gut geht. Auch wenn wir nicht wie geplant die sozialen Projekte und die anderen Bibelschulen besuchen können, so kann unser Team doch weiterhin an der akademischen Neu-Strukturierung der Bibelschule arbeiten und Humval seinen Unterricht für das kommende Semester vorbereiten. Doch auch hier bleibt die Unsicherheit wie es weitergeht, die ersten Studenten mussten ihre Anmeldungen für das kommende Semester aus finanziellen Gründen schon zurückziehen. Noch wissen wir nicht, ob es zu Semesterbeginn Ende Juli (genug) Studenten geben wird.
Gebetsanliegen:
- für Weisheit der Politiker, um Entscheidungen zu treffen, die sowohl die Gesundheit als auch die Situation der armen Bevölkerung im Blick haben
- für die allgemeine politische Situation in Brasilien (inmitten der Pandemie bahnt sich eine Regierungskrise an)
- für die gesundheitliche und finanzielle Situation unserer zukünftigen Studenten und Zukunft der Bibelschulen
- für eine gute Zusammenarbeit in unserem Team in dieser Sondersituation

Matthias Hoffmeier aus Mosambik
Auch hier hat das Corona Virus alles im Griff - am 1. Mai wurden die Quarantänebestimmungen um weitere 30 Tage verlängert, bis Ende Mai - d.h. keine Schulen, keine Gottesdienste, keine Versammlungen mit mehr als 10 Personen, mindestens Abstand von 1.5 m. Viele Geschäfte, Restaurants haben geschlossen und vielen Familien geht nun das Geld aus.
Offiziell gibt es nur ca. 80 Erkrankte hier (viele davon im Norden) und es gab noch keine Toten, aber die Unsicherheit und die Sorge um das Morgen beschäftigt doch sehr die Menschen hier.
Das Bibelseminar ist zu und einiges läuft nun via Email, d.h. ich sende mein Studienmaterial an das Schulbüro, dort wird es ausgedruckt und dann verteilt. Die Studenten sind hier, weil sie nicht reisen können, wegen dem Virus.
Die Gottesdienste in Bela Vista und Salamanga mussten leider eingestellt werden, da alle Gottesdienste verboten wurden, aber vieles läuft nun via Handy und SMS Nachrichten.
Gebetsanliegen:
- weitere Bewahrung und Kraft (viele Menschen haben Angst und sind verzweifelt, da die weitere Zukunft doch sehr düster aussieht - finanziell gesehen)
- dass die Studenten den Mut nicht verlieren und auch die Menschen in Bela Vista und Salamanga trotz der Krise, Gott suchen.
- dass Menschen zum Glauben kommen.

Stefanie Samuels geb. Felk mit Familie von Operation Mobilisation (OM) aus Mosbach
Clarion und Steffi Samuels bereiten im Moment Teenstreet und das MDT (Mission discipleship training; September 2020-Februar 2021) vor. Die Frage die sie sich dabei stellen: Wie kann das mit den aktuellen Einschränkungen aussehen? Es gilt Lehreinheiten vorzubereiten; sich um Visaanträge der nichteuropäischen Teilnehmer kümmern; evangelistische Einsätze  in ca. 6 verschiedenen europäischen Ländern vorzubereiten. Sie brauchen Weisheit um kluge Entscheidungen zu treffen, unwissend, wie sich alles entwickelt.
Gebetsanliegen:
OM Deutschland als Organisation fragt Gott und sucht nach neuen Ideen um Menschen "jetzt eben anders" zu erreichen.

Wie ergeht es gerade ...
... der Mission für Süd-Ost-Europa (MSOE) und ihrem Freizeitheim Christliches Begegnungszentrum Aichenbach (CBA)? (aktuelle Situation)

Hermann Hanselmann (Pastor und Leiter des CBA)
Die MSOE (www.msoe.org) unterstützt aktuell mit 120 Mitarbeitern aus mehr als 23 verschiedenen Ländern Missionsarbeiten in Europa und Asien. D.h. es gibt auch eine große Bandbreite, wie mit den Herausforderungen der Coronapandemie in den einzelnen Ländern von Regierungsseite umgegangen wird. Hier einige Einblicke:
•    Sergej Klik/Weißrussland: Äußerlich alles wie gewohnt. Keine Quarantäne, keine Einschränkungen. Der Staat tut so, als ob nichts wäre. Die Pandemie wird als Psychose erklärt. (erinnert an Tschernobyl-Katastrophe) – wir beten, dass der HERR uns Weisheit und Bewahrung schenkt und das Evangelium weiter läuft.
•    Gennadi Krut/Ukraine: Es gibt offizielle Quarantäne-Bestimmungen. Das öffentliche Leben findet nicht statt. Zur Zeit ist der Krieg nicht mehr das Thema Nr.1. Das Gemeindeleben ist total anders geworden. (die Kommunikation geht nur über Telefon oder Messenger). Besuche bei Älteren und Kranken sind nicht möglich. – wir beten, dass Menschen in dieser Zeit erkennen, dass nur Jesus Christus ihrem Leben Halt, Sinn und Ziel geben kann.
•    Akil und Jana/Zentralasien: Unsere Region ist schwer vom Virus betroffen. Ausgangssperren überall. – Beten Sie für die Kommunikation mit unseren Kontakten über Online-Plattformen. Wir brauchen Geduld und Weisheit, was wir sagen dürfen und wie wir ermutigen können bzgl. Medienzensur in s.g. „verschlossenen Ländern“.
•     Miguel Castro/Internationale Arbeit in Deutschland: Unsere Gemeindearbeiten (z.B. spanisch-, italienisch,-türkisch-sprechend) mussten wir umstellen auf Online-Gottesdienst-Übertragung, Hauskreis über Online-Chat, ... – Dank für moderne Kommunikationsformen. – Bitte, dass Menschen in dieser Zeit nicht Hilfe in Corona-Live-Tickern u.a. suchen, sondern Hilfe und Trost im Wort Gottes finden.

Das CBA (www.cba-schorndorf.de) ist seit dem 16.03. ohne Belegung und Einnahmen. D.h. weit mehr als 2.200 Gäste und Übernachtungen fallen weg. Wir sind traurig, dass das Wort Gottes in der gewohnten Weise nicht gesagt werden kann und dass wir – um das Überleben des Hauses zu sichern – für unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit dem 01.04. Kurzarbeit beantragen mussten. Konkret werden uns dadurch für 2020 weit mehr als 80.000 € in der Bilanz fehlen. Auch wenn durch die Lockerungen am 06.05. nun ab Pfingsten wir als Beherbergungsbetrieb wieder für touristische Übernachtungen öffnen dürfen, bleibt es sicher nach wie vor spannend und herausfordernd, ob und wie die Gästegruppen kommen und kommen können. (Gruppengröße, Abstandsregelung, Zimmerbelegung, ...).
Und doch gibt es in dem allem auch hoffnungsvolle Zeichen der Liebe Gottes: Die Not der Grafenbergschule in Schorndorf für die Unterbringung (reine Übernachtung!) von externen Berufsschülern in den Abschlussklassen war so groß, dass sie bei uns anfragten und wir
ihnen nun seit 04.05. für 22 Schüler in Einzelzimmern für 14 Tage aushelfen können. 
Gebetsanliegen: Eine weiterhin große Herausforderung ist, dass bis Mitte Juni (teilweise auch darüber hinaus) keine der ursprünglich gemeldeten Gruppen kommt / kommen kann. – Wie es weitergeht, weitergehen kann? – Beten Sie mit uns und unserem CBA-Mitarbeiterteam, das Gott das CBA weiterhin zu seiner Ehre gebraucht und sein Name groß
gemacht werden kann.
Was bleibt? „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ So sagt es Petrus in 1.Petr. 5,7. Das üben wir jetzt in besonderer Weise jeden Tag. – Danke, wenn Sie uns dabei unterstützen, im Gebet und vielleicht auch darüber hinaus finanziell mit einer Spende. (Weitere Hinweise und Infos können unter 07181-5536 erfragt werden.)