Berichte aus der Gemeinde 2017

Rückblick auf das Jubiläumsjahr zur Reformation

Die Paulusgemeinde hat durch ganz verschiedene Impulse am Reformationsjahr teilgenommen. Ich will einige Elemente aufgreifen, die ich persönlich ganz gelungen fand.
Zum Auftakt gab es wieder einmal „Bänkle statt Kanzel“: Das Gespräch auf dem Gartenbänkle zwischen Walter Tötsch und mir zum Auftakt des Jubiläumsjahres in der Pauluskirche konnte deutlich machen, dass dieses Jahr in christlicher Geschwisterlichkeit gefeiert werden soll und alte konfessionelle Gräben im Jubiläumsjahr nicht erneut aufgerissen werden.
Die Einführung einer neuen Altarbibel mit der Lutherübersetzung 2017 wurde in einem festlichen Gottesdienst gestaltet und zugleich noch einmal entschlüsselt, über was wir eigentlich reden, wenn wir vom „lebendigen Wort Gottes“ sprechen. Hier konnte ein zentrales Element unseres evangelischen Glaubens nochmals präzise dargestellt werden.
Die Predigtreihe bei den Gottesdiensten im Grünen unter dem Titel: „Warum ich evangelisch bin“ fand ich ganz gelungen. Es gelang meiner Frau Margarete Oesterle und Kollege Steffen Kläger-Lissmann (und hoffentlich auch mir – aber die eigene Predigt kann man ja nicht beurteilen) echt und persönlich zu predigen und zugleich aufzuzeigen, wie der große gedankliche Bogen der Reformation in ihrem Leben angekommen ist.
Spannend fand ich, mit einer Gruppe Monat für Monat einen Teil des „Augsburger Bekenntnisses“ zu lesen. Dieser Grundtext unseres evangelischen Glaubens führte uns an ganz grundlegende Fragen wie: „Was ist Sünde“, „wovon lebt die Kirche“ oder „Kommt am Ende das Jüngste Gericht?“ Die lebendigen Debatten, die wir ausgehend von diesen Texten führten kamen rasch in unserer heutigen Zeit und ihren Fragestellungen an.
Unser Männerkreis Paulaner ging den Sakramenten nach (bei den Katholiken 7, bei uns evangelischen 2 bzw. 3) und entdeckte hier einen der tiefsten Unterschiede, der bis heute die beiden großen Kirchen in Deutschland trennt.
Eine Ausstellung über die unterschiedlichen bildlichen Darstellungen Luthers im Verlauf der 500 Jahre, zog für mehrere Wochen in unsere Kirche ein. Die Ausstellung konnte aufzeigen, wie Bilder auch unsere Vorstellung von einer Person oder einer Sache markant prägen können.
Und der Literaturkreis bot uns neben einem leckeren Buffet eine bewegende Lesung, in der wir durch die Lutherdeutungen der Schriftsteller geführt wurden. Von Hans Sachs über Heinrich von Kleist bis hin zu Jostein Gaarder reichte der Bogen.
Das Konzert mit „Zeitsprung Consort“ setze einen musikalischen Akzent, der zeigte wie Melodien der Reformationszeit sich bis in den Jazz hinein verwandeln lassen.
Vieles wäre noch zu erwähnen, von den guten Erfahrungen der Konfirmanden beim Reformationsfestival auf dem Stuttgarter Schlossplatz, bis hin zur Kinderkircheinheit über die „Freiheit eines Christenmenschen“.

Wir haben in diesem Jahr hoffentlich alle wieder ein Stück weit gelernt, dass wir von Martin Luther auf ein ermutigendes Gottvertrauen hingeführt worden sind und können neu von Gott erzählen und neu zu Gott beten.

Thomas Oesterle

Konzert der Orchestervereinigung

Zum wiederholten Male war die Pauluskirche im Oktober zum Konzert der Orchestervereinigung brechend voll. Und wieder konnte unsere Kirche das ausspielen was ihre große Stärke ist: Eine gute Akustik, eine große Nähe zwischen Musikern und Publikum und eine warme, einladende Atmosphäre. Wir sind den Orchestermusikern für ihre tolle Musik erneut dankbar und freuen uns als Kirchengemeinde sie willkommen zu heißen.

Ausflug des Kirchengemeinderats

Am 22. August besuchte der Kirchen­gemeinderat der Paulusgemeinde unsere ehemalige Vikarin Sophie Abend­schein und ihren Ehemann Daniel. Sie sind jetzt in Schrozberg im Dekanat Blaufelden zuhause. Die beiden hatten uns einen sehr schönen Nachmittag vorbereitet. Eine archäologische Führung durch die Krypta der Basilika von Unter­regenbach war die erste Station. Das Rätsel, warum in einer vergleichsweise abgelegenen Region eine für das 9. Jahrhundert riesige Basilika mit Reli­quien entstanden war, konnte zwar nicht gelöst werden. Vielleicht war der Patronatsherr dort ein Verwandter von Karl dem Großen? Man müsste die DNA der gefundenen Knochen analysieren.

Im Anschluss wurden wir zur Verkos­tung eines herrlichen Birnensecco eingeladen, den unser archäologischer Führer in seinem Hauptberuf gekeltert hatte.
Weiter ging es nach Langenburg, wo wir Kaffee trinken und unseren Bedarf an „Wibele“ decken konnten. Sehr spannend war dann die Führung durch das Museum der „Männer von Brett­heim“, das unsere nächste Station in der Ho­hen­lohe war. Ein 87jähriger Führer, der das Drama am Ende des 2. Weltkrieges noch selbst miterlebt hatte, konnte uns mit großer Bewegung schildern, was sich am Kriegsende in Brettheim ereignet hat. Nur weil sie unreifen Jungs des „Volkssturms“, die das Dorf gegen den Vormarsch der Amerikaner verteidigen wollten, die Waffen abgenommen und im Dorfteich versenkt hatten, wurden drei Männer aus Brettheim von der SS in den letzten Kriegstagen in Brettheim erhängt. Dass daraufhin das Dorf tat­sächlich nicht friedlich an die amerikanische Armee übergeben werden konnte und in der Folge völlig zerstört wurde, war eine grausame Folge dieses Verbre­chens. Bis heute wird die Erinnerung an die Erhängten aufrechterhalten, um kommende Generationen zu mahnen.

Den Abschluss unseres Ausfluges erlebten wir in einer absolut urigen Bauern­wirtschaft, in der man das Gefühl hatte, die Welt sei irgendwann in den sechziger Jahren stehen geblieben. Unser Dank galt Sophie und Daniel, dass wir einen so schönen Tag erleben konnten. Die Beiden erwarten im November ihr erstes Kind, wofür wir ihnen viel frohe Erwartung und Gottes Segen wünschten.

Konfirmation 2017

Ein Jahr haben sie gemeinsam gesucht und gefragt, dann wurden unsere Konfirmanden von Parrer Oesterle in nder Stadtkirche konfirmiert. Vorher haben sie über die Gründe unseres Glaubens nachgedacht, gesungen, gelesen, gespielt. Einige Konfirmandinnen und Konfirmanden haben neue Freunde und Freundinnen in der Konfigruppe gefunden. Neben dem wöchentlichen Unterricht am Mittwoch gab es weitere Höhepunkte: Den Konfirmandensamstag zum Thema Bibel, das Wochenende im Freizeitheim Sechselberg, spannende Filme, die Mitarbeit beim Salz- und Zwiebelkuchenfest, schöne Andachten am Beginn jeder Stunde unter Mitwirkung der Konfirmanden und Einiges mehr!

Tolle Konfirmandenfreizeit erlebt

Der Konfirmandenjahrgang des letzten Jahres hat zum Abschluss seiner Konfirmandenzeit ein tolles Wochenende im Freizeitheim Sechselberg erlebt. Hier konnte Gemeinschaft vertieft, einige Schritte auf dem weiteren Weg des Glaubens konnten gegangen werden. Daneben gab es spannende Abenteuer, die vom Hochseilgarten bis zum Suchen der Hörschbachwasserfälle per Geocaching gingen.
Sehr dankbar sind wir als Paulusgemeinde für die tollen, jungen Mitarbeiter, die ihr Wochenende eingesetzt haben, um mit den Jugendlichen eine schöne Zeit zu erleben. Sie haben vom Rotkreuzdienst bis zum Spieleabend vieles geleistet und nicht zuletzt in großartiger Weise motiviert. Danke an Moritz Keller, Vincent Ugrai, Paula Ugria, Svenja Maier und Hannes Welther. Ihr seid ganz besondere Schätze unserer Paulusgemeinde.

Ausstellung von Lutherbildern in der Pauluskirche

„Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ – so lautete der Titel einer Ausstellung, die das landeskirchliche Archiv in diesem Jahr anbietet. Die Paulusgemeinde konnte sich diese Bilderschau zum Reformationsjubiläum sichern, nachdem sie zuvor in Waiblingen im Landratsamt zu sehen war. Vom 8. April bis zum 30. April waren in unserer Pauluskirche verschiedene Darstellungen Martin Luthers zu sehen sein, das reicht von Lukas Cranach bis hin zu moderner Popart. Man konnte z.B. Luther in Sakralbilder, Luther als Nationalheld und Luther als Werbe-Ikone erleben und sich Gedanken machen, in welchen Darstellungen die reformatorische Theologie wohl am besten getroffen ist. Immer sonntags von 11-12 Uhr war die Ausstellung frei zugänglich, oder man kann Besichtigungstermine vereinbaren. Alle Gruppen und Kreise der Gemeinde konnten natürlich zu ihren Gruppenstunden die Exponate besichtigen.

Kinder fragen nach der Bedeutung des Osterfestes

Kurz vor Ostern kamen die Großen unserer drei Kindergartengruppen aus dem Pauluskindergarten in die Kirche. Gemeinsam mit Pfarrerin Oesterle wollten sie verstehen, was mit dem Osterfest gefeiert wird. Mit eindrucksvollen, kindgerechten Bildern zeigte Pfarrerin Oesterle auf, welche Freude und Hoffnung entsteht, wenn das Leben nicht nur auf das Vergehen zugeht, sondern auf ein Neuwerden in der Gemeinschaft mit Gott und ohne Leid und Tränen. Pfarrerin Oesterle konnte den Kindergartenkindern deutlich machen, dass auch die allgegenwärtigen Symbole Ei und Hase auf diese Kraft des Lebens hindeuten und deshalb Anteil haben an den wesentlichen, christlichen Traditionen.