Geschichte
Die Geschichte der Gesamtkirchengemeinde Schorndorf
Seit der Reformation gibt es in Schorndorf eine evangelische Kirchengemeinde bei der historischen Stadtkirche, eingeweiht 1501. Jahrhundertelang waren an der Stadtkirche zwei Pfarrer, d. h. "Spezialsuperintendent und Diakon", wobei der Dekan mit der Aufgabe der Dienstaufsicht über die Pfarrer und dem Visitationsrecht der umliegenden Gemeinden betraut war. Der Diakon wurde später Stadtkirchenpfarrer genannt. Die Zahl der Gemeindeglieder ist entsprechend der Bevölkerung gewachsen, seit Jahrzehnten aber rückläufig. So waren es 1965 12.602 Gemeindeglieder, derzeit sind es 10.079.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt vor allem im Norden und Süden. So entstanden dort Versammlungsräume für Gottesdienst, Gemeindeleben und Kindergartenarbeit. Seit Dezember 1971 ist die Gesamtkirchengemeinde in die drei Teilgemeinden Stadtkirchen-, Paulus-, und Versöhnungskirchengemeinde aufgeteilt, die jeweils einen selbständigen Kirchengemeinderat mit Pfarrer, aber keine eigene Verwaltung hatten. Die Aufgabe der Teilgemeinden war, ihre Selbständigkeit zu wecken und zu fördern. Die Gesamtkirchengemeinde sollte nur subsidiär tätig sein.
Trotzdem war das Zusammengehörigkeitsgefühl stark ausgeprägt durch die große, zentralgelegene Stadtkirche, das geräumige Martin-Luther-Haus, die gemeinsame Kirchenpflege, Jugendarbeit, Krankenpflege, Diakonische Bezirksstelle, Suchtberatung u. a. Das Zusammenwirken der Teilgemeinden war ferner stark ausgeprägt durch gemeinsame Veranstaltungen der Gesamtkirchengemeinde: Bibelwochen, Reformationsfeiern, Basare, Betriebsausflug, ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen der Evang. Allianz. Die Konfirmationen und z. T. auch Trauungen der Teilgemeinden fanden und finden in der Stadtkirche statt.
Sämtliche Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde haben zahlreiche Gottesdienste in den einzelnen Kirchen im Wechsel gehalten. Die monatlichen Sitzungen des Gesamtkirchengemeinderats dienten dazu, die Einrichtungen der Gesamtkirchengemeinde kennen zu lernen und sie verantwortlich zu begleiten. Ein wichtiges Instrument der Einheit war in den 70-iger Jahren das Evang. Gemeindeblatt (713 Bezieher) und seit 1969 der Gemeindebrief für alle Gemeinden, der damals eine Gesamtauflage von 5.500 hatte.
Die genannten Gemeinsamkeiten sind zu einem großen Teil erhalten geblieben, neue kamen hinzu, z. B. die gemeinsame Mitarbeiter-Adventsfeier. Das Leben in den Teilgemeinden hat sich aber sehr differenziert. Es gibt jüngst Bestrebungen im Gesamtkirchengemeinderat, das Gemeinsame wieder zu stärken.